Huflattich

Tussilago farfara

Früh im Jahr brechen die hübschen gelben Huflattich-Blüten durch die Erde, manchmal noch aus dem Schnee heraus, und kündigen so den Frühling an.

Man findet ihn dann oft scharenweise an Straßenrändern, Schuttplätzen, auf Baustellen, Ödland und anderen eher kargen Plätzen mit kalkigem Boden, feuchter, humus-armer, toniger und lehmiger Erde. Huflattich ist äußerst widerstandsfähig und als Unkraut kaum auszurotten. Dafür aber als Heilpflanze umso nützlicher. Sein volkstümlicher Name Brustlattich und vor allem sein botanischer Name Tussilago (von tussis= Husten und agere= vertreiben) lassen schon seine bedeutendsten Eigenschaften erahnen. Bereits die alten Griechen wussten um diese Heilwirkung und auch den Kräuterkundigen des Mittelalters war die Pflanze wohl bekannt.

So empfahl Tabernaemontanus den Huflattich als „sehr dienlich für den dürren trucknen Husten und der Enge der Brust“, wenn „die dürren Blätter und Wurzen auf die Glut gelegt und der Dampf...eingezogen wird”. Den Sirup aus dem Saft der Blätter und Blüten empfahl er bei „truckenem Husten und Lungengeschwären“.

Heute bereitet man zu Heilzwecken hauptsächlich einen Tee, vorzugsweise aus den Blüten, die man im Frühjahr erntet, aber auch aus den jungen Blättern, die sich bis in den Sommer hinein ernten lassen. Diese Blätter eignen sich auch als Gemüse oder im Salat.

Huflattich enthält als wirksame Bestandteile vor allem Flavonoide, Schleim-, Bitter- und Gerbstoffe. Er ist eine so genannte Schleimdroge. Seine Wirkstoffe schützen die Schleimhäute, lassen Entzündungen schneller abklingen.

Huflattich hat sich besonders bei Reizhusten bewährt und kann das Abhusten deutlich erleichtern. Die moderne Wissenschaft hat festgestellt, dass die Pflanze Salpeter enthält und dieser dämpft die Krampfbereitschaft der Bronchien. Was wieder einmal zeigt: Auch ohne Labor und Messinstrumente wussten die Menschen früher, was hilft und funktioniert.

Achtung allerdings: Nicht nur das Bundesgesundheitsamt rät von längerer und häufiger Einnahme der Droge ab, da die Pflanze bestimmte Alkaloide enthält, die als schwach giftig gelten. Verwenden Sie Huflattich nur bei akuten Beschwerden. Bei chronischen Beschwerden ist Huflattich lediglich als Kur zu empfehlen, über einen Zeitraum von maximal 3-4 Wochen, und das höchstens zweimal im Jahr.

Angaben im Text zu Heilwirkungen von bestimmten Pflanzen wurden der entsprechenden Fachliteratur entnommen.

 

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